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Eisenbahnbau 1906 - 1908

Dampflokomotive der Baureihe 93 im Linsphergrund

Standort am Rastplatz zwischen Allendorf und Osterfeld

Der Eisenbahnbau im Deutschen Reich lag am Ende des 19. Jahrhunderts in staatlicher Hand. So hatte auch die für den hiesigen Bezirk zuständige königlich-preußische Verwaltung erkannt, dass Sekundärbahnen (Nebenbahnen) nicht unbedingt Gewinne einfahren konnten, aber für den wirtschaftlichen Fortschritt auf dem Lande erforderlich waren. Mit der direkten Anbindung zum industriereichen Ruhrgebiet war ein lang gehegter Wunsch der Städte und Gemeinden Wirklichekit geworden. Hier, im waldigen und felsenreichen Abschnitt des Linsphertales zwischen Allendorf (Eder) und Bromskirchen, erfolgte der erste Spatenstich für die Trassenführung am 22. Januar 1906 durch italienische Arbeiter. Im Jahre 1907 waren über 600 Fremdarbeiter aus Italien, Bosnien, Kroatien und Böhmen einquartiert und fanden beim Bahnbau Arbeit und Verdienstmöglichkeiten. Auch einheimische Fuhrleute verdienten sich ein "Zubrot". Nach 2 3/4-jähriger Bauzeit erfolgte am 12. November 1908 die landespolizeiliche Abnahme der Neubaustrecke

Nach dem ersten gültigen Fahrplan ab 1. Dezember 1908 verkehrten bis nach Bestwig täglich fünf Zugpaare, gezogen von neun gebirgstauglichen Dampflokomotiven. Diese hatten die größten Kraftanstrengungen auf der 13 Kilometer langen Steigung mit einem Höhenunterschied von 190 Metern von Züschen nach Winterberg zu bewältigen. Die Steigung auf der 36,2 km langen Strecke vom Bahnhof Frankenberg (274,9 m.ü.M.) zum Bahnhof Winterberg (654,3 m.ü.M.) betrug 379,4 Meter.

Eisenbahnhaltepunkt Osterfeld (Hess. - Nassau)

Osterfeld, seit August 1999 Ortsteil der Gemeinde Allendorf (Eder), entstand im Jahre 1774, als Kolonisten aus Allendorf die Erlaubnis zum Siedeln erlangten. Für die wenigen Bewohner war es ein großer Fortschritt, mit der Eröffnung der Eisenbahn im Jahre 1908 einen eigenen Haltepunkt mit einem Wartehäuschen zur Verfügung zu haben. Ihr "Dörfchen" erschnien nun namentlich in den Fahrplanbüchern des Deutschen Reiches. Zur Unterscheidung zwischen der namensgleichen Stadt in Westfalen, trug der Schriftzug des Haltestellenschildes die Zusatzbezeichnung (Hessen-Nassau). Dieses Osterfeld, wie auch Allendorf (Eder), gehörte politisch zum Kreis Biedenkopf bzw. zum Hinterland.

Haltestelle Osterfeld 1941

Standort am Rastplatz zwischen Bromskirchen und Osterfeld

Bahnhof Bromskirchen

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Hallenberg und Allendorf (Eder) überquerte die Eisenbahn gleich viermal die Bundesstraße 236. Kurze Zeit nach der entgültigen Stilllegung der Strecke wurden die früheren Straßenkurven begradigt und der heutige Parkplatz an der Grenze zwischen Allendorf (Eder) und Bromskirchen eingerichtet. Der alte Bahndamm zwischen dem Diedensberg und dem Viadukt an der Unteren Linsphermühle ist tief von Gestrüpp überwuchert und kaum noch begehbar.

Die Eisenbahnverbindung vom kurhessischen Frankenberg (Eder) über Winterberg zum Knotenpunkt Bestwig in Westfalen zählte zu den landschaftlich reizvollsten Nebenbahnen in Norhessen und im südlichen Westfalen. In Bestwig hatten Zugreisende Anschluss an die obere Ruhrtalbahn in Richtung Hagen oder Warburg. Schon in den 1920er Jahren benutzten Erholungssuchende, vor allem aus dem rauchgeschwängerten Industriestandort Ruhrgebiet (im Volksmund auch Kohlenpott genannt), das Transportmittel Eisenbahn, um in der Waldeinsamkeit des Rothaargebierges frische Luft zu schnappen.

Eisenbahn-Talbrücke an der Unteren Linsphermühle

Um 1913: Die mächtigen Bögen des neuens Bromskircher Eisenbahnviadukts überspannen Linspherbach und Mühlengraben an der Unteren Linsphermühle, die von Familie Heinrich Mankel betrieben wurde. Wolken der neuen gebirgstauglichen Tenderlok (preußische Bauart T 9-3) vor dem Personenzug Frankenberg (Eder) - Bestwig verlieren sich im Diedensberg.

Das Viadukt wird gerade von einem Güterzug überquert, der sich auf der Talfahrt von Bromskirchen nach Allendorf (Eder) befindet. Die Lok hat die fachliche Bezeichnung "G 4-2 (Zwilling)"

1966: Blick von der Eichenhardt aus ins Linsphertal auf die Untere Linsphermühle. Ein Personenzug auf der Strecke Frankenberg-Winterberg-Bestwig überquert die Talbrücke, gezogen von einer schweren Lokomotive der Baureihe 50 (Deutsche Bundesbah) mit Kabinenschlepptender.

Um 1913: Die mächtigen Bögen des neuen Bromskirchener Eisenbahnviadukts überspannen Linspherbach und Mühlgraben an der Unteren Linsphermühle, die von Familie Heinrich Mankel betrieben wird. Wolken der neuen gebirgstauglichen Tenderlok (preußische Bauart T 9-3) vor dem Personenzug Frankenberg (Eder) - Bestwig verlieren sich im Diedensberg.

1966: Blick von der Eichenhardt aus ins Linsphertal und auf die Untere Linsphermühle. Ein Personenzug auf der Stecke Frankenberg-Winterberg-Bestwig überquert die Talbrücke, gezogen von einer schweren Lokomotive der Baureihe 50 (Deutsche Bundesbahn) mit Kabinenschlepptender.

Bahnhof und Tunnel Bromskirchen

Der Bahnhof Bromskirchen, im Tal der Schreifen gelegen, umrahmt von den baumbestandenen Bergrücken Eichenhardt, Steinroth und Lichtenberg war einer der landschaftlich am schönsten gelegenen Bahnhöfe in der hessischen und westfälischen Mittelgebirgslandschaft.